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Was darf mit nach Japan? Was nicht?


Was wurde aus unseren Sachen?


🎶

Ich würde am liebsten heute noch starten.

Und kann kaum noch erwarten.

Bis es endlich passiert.

🎶

(Anajo: Einmal noch schlafen)


"Was macht ihr denn mit euren ganzen Sachen?"

Eine Frage, die wir vor unserer Reise oft hörten, und ein Thema, das uns eine ganze Weile beschäftigte.

 

Zu Beginn dachten wir, dass man für so einen Umzug am besten einen Container "bucht" – bis wir erfahren haben, wie viel so ein Container kostet und wie lange diese unterwegs sind. Und wie viel da hineinpasst – und wir festgestellt haben, dass wir gar nicht so viel besitzen, das uns am Herzen liegt. Wir haben keine besonderen Möbelstücke, die meisten sind von IKEA. Übrigens haben wir uns ganz bewusst, nie teure Möbelstücke angeschafft, da wir immer geplant hatten, irgendwann ins Ausland zu ziehen. Und auch beispielsweise unser Geschirr, dass wir 2006 fürs Studium ganz billig gekauft hatten, wollte über all die Jahre nicht kaputt gehen.

 

Das einzige, was wir an größeren Gegenständen gerne mitgenommen hätten, ist unsere Matratze, aber dafür hätte sich kein Transport gelohnt. (Es ist schließlich nur die beste jemals getestete Matratze von bett1 aus der Werbung und wir wissen alle, wie günstig die ist).

 

Deshalb fiel dann relativ schnell die Entscheidung, keine Möbel mitzunehmen und auf einen Container zu verzichten.

 

Für den Rest unseres Besitzes planten wir jeder 3 Gepäckstücke à 20 Kilo im Flugzeug mitzunehmen und ggfl. zusätzlich noch Pakete nach Japan zu schicken. Bei DHL kostet ein Paket unserer IKEA-Karton-Größe für 10–20 Kilo je  100 €. Die Pakete brauchen ca. 8 Tage, bis sie ankommen, und sind jeweils für 500 € versichert.

 

Während des Packens, als wir konkret merkten, wie viel und wir schwer alles ist (und wir gar nicht genug Koffer besitzen), änderten wir unsere Pläne nochmal und schickten insgesamt 5 Kartons per DHL schon mal vorab los, adressiert an unser Hotel in Tokyo. Dafür nahmen wir nur je 2 große Gepäckstücke sowie einen Handgepäckkoffer mit ins Flugzeug.


So, aber was wurde nun genau aus unseren Sachen, die wir nicht mitnehmen wollten oder konnten?

1. Verkaufen per reBuy & momox

Für gewöhnlich miste ich 1 oder 2 mal im Jahr Bücher und DVDs aus. Dazu checke ich immer erst, ob sie bei den Apps momox und reBuy noch Geld einbringen. Per App kann man einfach die Barcodes scannen und den Ankaufpreis einsehen. Was sich lohnt, packt man in ein Päckchen und schickt es kostenlos ein; nach ca. 2 Wochen bekommt man den Betrag überwiesen.

 

Beim letzten Ausmisten Anfang Dezember, nachdem wir entschieden hatten, welche Sachen wir behalten wollen und welche nicht, ergaben sich immerhin noch 1 Paket für momox mit 9 Büchern und 2 DVDs, das uns 52 € einbrachte (am meisten gab es für unsere Japanisch-Lernbücher und die Prinzessin Fantaghiro DVD), und ein Paket für reBuy mit 3 Büchern und 2 DVDs, die 37 € wert waren (15 € allein für das "Bretonische Kochbuch mit Kommissar Dupins Lieblingsgerichten", was zwar mal ein schönes Geschenk war, das wir aber einfach nicht zum Kochen benutzen.)

 

Für ein altes Smartphone testete ich diesmal auch zum ersten Mal reBuy, war mir aber sehr unsicher, ob mein Handy den Anforderungen genügte, da es schon einige Kratzer und Macken hatte. Aber da die Alternative war, es wegzuwerfen, probierte ich es aus. Es hätten 50 € werden sollen, aber es wurde dann doch wegen zu vieler Makel abgelehnt, woraufhin ich es von reBuy direkt entsorgen ließ.

 

Fazit:

Vergleichen zwischen reBuy & momox und zu verschiedenen Zeitpunkten lohnt sich, weil sich die Ankaufspreise ständig ändern.


2. Verkaufen an den Nachmieter

So viel wie möglich an die Nachmieter unserer Wohnung zu verkaufen, wäre für uns natürlich die beste Lösung gewesen. Das Problem: Obwohl wir die Wohnung extra früh gekündigt hatten, kam der Vermieter nicht in die Puschen, einen neuen Nachmieter zu finden. Und wir konnten nicht darauf spekulieren, dass es klappt und die Nachmieter unser Zeug auch haben wollen. Dann würden wir es im schlimmsten Fall am Ende überhastet zum Wertstoffhof bringen müssen ... 

 

Zumindest wurden die Küche und ein paar Innenschränke als Pflichtabnahme für den Nachmieter festgelegt, sodass wir zumindest diese Sorge los waren.

 

Die neuen Nachmieter haben schließlich 2 Tage vor unserem Abflug unterschrieben und da die 2 Jungs aus Spanien herzogen, hätten sie tatsächlich am liebsten alles von uns übernommen. Da war aber leider schon alles weg. Ein paar Sachen wie FRITZ!Box, Staubsauger, Bügelbrett und Kaffeemaschine konnten wir ihnen zumindest noch überlassen.

 

Fazit:

Wir mussten leider das Beste aus der Situation machen, es hätte uns aber viel Arbeit erspart, wäre es anders gelaufen.


3. Zurück-Verkaufen an IKEA

Da wir so viele IKEA Möbel besitzen, hatte ich recherchiert, ob man auch etwas wieder an IKEA zurückgeben oder -verkaufen kann. Das habe ich herausgefunden:

  • Zwischen 2014 und 2016 hat IKEA lebenslanges Rückgaberecht ermöglicht, auch für gebrauchte Möbel.
  • Danach hat IKEA das Rückgaberecht von gebrauchten Gegenständen auf 365 Tage beschränkt
  • Seit September 2018 gibt es auch das nicht mehr, nur für neue, unbenutzte Dinge, bei gebrauchten nur noch für Matratzen.
  • Aber Achtung: Das lebenslange Rückgaberecht gilt immer noch für Sachen, die zwischen 25. August 2014 und 31. August 2016 gekauft wurden, als die damalige Rückgabe-Regelung gegolten hat.
  • Dann gibt es noch die sogenannte "IKEA Zweite Chance". Hier kann man (bestimmte) gebrauchte Möbel in gutem Zustand zusammengebaut zurückgeben und bekommt entweder 50% (bei sehr gutem Zustand) oder 30% (bei kleinen Gebrauchsspuren) des Originalpreises zurück. Dazu klickt man sich kurz durch ein Formular, wählt ein IKEA Möbelhaus aus und bringt die ausgedruckte Bestätigung dann zusammen mit den Möbeln dorthin.

Für die meisten unserer Möbel hätte sich der Aufwand für den Transport zu IKEA nicht gelohnt, aber für 3 Möbelstücke, die wir über unsere anderen Verkaufswege nicht losgeworden sind, haben wir das Angebot wahrgenommen:

  1. Wir hatten festgestellt, dass wir unseren Schreibtischstuhl im Zeitraum des lebenslangen Rückgaberechts gekauft hatten. Wir haben tatsächlich die kompletten 99 € zurückbekommen, für einen Stuhl, den wir 5 Jahre in Gebrauch hatten!
  2. Zur Zweiten Chance haben wir unsere 2 Barstühle gebracht, die wir immerhin seit 8 Jahren in unserer Küche stehen hatten. Mit ein bisschen gutem Willen der IKEA-Mitarbeiterin 😉 gingen sie als "sehr guter Zustand" durch, und wir bekamen 70 € pro Stuhl von ursprünglichen je 140 € wieder zurück!

2 Schwierigkeiten gab es leider dabei:

  1. Man muss die Möbelstücke zusammengebaut zurückgeben und so sehr wir uns auch bemühten, passten sie im Ganzen nicht ins Auto. Wir mussten sie also auseinander und auf dem IKEA-Parkplatz wieder zusammenbauen.
  2. Man bekommt das Geld leider nicht bar zurück, sondern als IKEA Gutscheinkarte ausbezahlt. Das macht normalerweise nichts, weil man ja immer mal wieder bei IKEA einkauft. In unserem Fall war es aber schade, da die Gutscheinkarte zwar in einigen nicht-deutschen Ländern gilt, aber nicht in Japan. Aber glücklicherweise haben uns Freunde (danke @Sabrina und Daniel) die Gutscheinkarten abgekauft! 

Fazit:

Die 240 € waren uns diese Aktion definitiv wert!


4. Verkaufen an Freunde und Bekannte

Nachdem wir entschieden hatten, keinen Container zu nehmen, sondern all unser Hab & Gut loszuwerden, machte ich eine Inventarliste mit allen Gegenständen, die wir besitzen, dem ursprünglichen Kaufpreis und meinem Wunsch-Verkaufspreis.

 

Die Gegenstände pflegte ich auf dieser Seite ein und schickte den Link an Kolleg*innen, Freunde und Bekannte.

Über diesen Weg fanden immerhin 19 Gegenstände ein neues Zuhause. Große Möbelstücke waren zwar nicht dabei, aber zumindest weiß ich jetzt, welche der Dinge, die wir in der alten Wohnung besaßen, anderen Leuten am besten gefallen haben.

 

Die beliebtesten Gegenstände:

1. Kleines Shabby-Chic-Schränkchen

2. Unsere Lampen

3. Mein Klapprad

4. Unser Staubsaugerroboter

 

Fazit:

Das Tolle an diesem Weg des Verkaufens ist, dass die Käufer zuverlässig sind und mir die Vorstellung gefällt, dass ein paar unserer Sachen jetzt bei Menschen in Gebrauch sind, die mir wichtig sind:

Das ehemals Shabby-Chic-Schmink-Schränkchen ist jetzt eine Cocktail-Bar bei Markus, der Staubsaugerroboter dreht seine Runden bei Claire und wurde von ihr so begeistert wie ein neues Haustier begrüßt und unsere Schreibtischstuhl-Unterlage hat jetzt ein neues, spannenderes Leben als Boden eines Rattenkäfigs bei Nathalie.

Und meine Blümchenlampe, die ich mir zum Studienbeginn in einem kleinen Laden in Passau gekauft hatte, erleuchtet jetzt das Kinderzimmer von Claudias Tochter. (Und was besondern schön ist: Ich bekomme die Lampe nach unserer Rückkehr sogar wieder, wenn ich möchte – falls sich die die neue Besitzerin nicht zu sehr in sie verliebt hat.)


5. Verkaufen auf eBay Kleinanzeigen

Der Klassiker, den ich nicht missen möchte!  

Vorab hatte ich 2 Regeln für mich aufgestellt:

  1. Nichts unter 15 € verkaufen, da das in unserem Fall den Aufwand nicht wert wäre und ich es dafür lieber verschenken würde.
  2. Nur zur Selbstabholung, den Versandaufwand wollte ich mir nicht antun.

Insgesamt habe ich 21 Möbelstücke bzw. Elektrogeräte per eBay Kleinanzeigen verkauft und 2 verschenkt (siehe 6. Verschenken): Unsere Couch steht nun in einer 6er-WG und erlebt bestimmt so einiges, unsere Hollywood-Schaukel wird im Frühling auf einem Campingplatz im Allgäu aufgebaut und unsere Schuhschränke wurden zur Mülltrennung umfunktioniert.

 

Für dieses Ergebnis führte ich ca. 100 Unterhaltungen auf eBay Kleinanzeigen. Denn das Problem ist ja: Von 10 Interessenten melden sich ca. 3 gar nicht mehr, 3 sagen ab und 2 kommen einfach nicht zum vereinbarten Termin. Es ist also ein ständiges Schreiben und Organisieren von Käufern und Wartelisten mit Leuten, denen man die Möbel als nächstes verspricht. Schwierig wird es bei Dingen mit wenigen Interessenten, die man aber loswerden muss. Wann geht man wie weit mit dem Preis runter? 

Dazu kommt die Schwierigkeit des Timings: Fernseher und Couch wollten wir so lange wie möglich behalten, Bett und Matratze mussten wir so lange wie nötig behalten, wir mussten sie aber trotzdem loswerden.

 

Fazit:

  • Am beliebtesten waren der PAX-Kleiderschrank und die bett1-Matratze, hier gab es mit großem Abstand die größte Nachfrage.
  • Den größten Preisverlust über die Jahre konnte ich bei Fernsehern beobachten.
  • Interessenten an Elektrogeräten sind unhöflicher und unzuverlässiger als Möbel-Interessenten.
  • Es gibt unverschämte Leute da draußen, aber auch sehr viele ganz tolle Menschen und man lernt durch eBay Kleinanzeigen ganz viele verschiedene kennen! ❤

Durch das Verkaufen (privat + eBay, also ca. 40 Möbelstücke und Elektrogeräte) haben wir ca. 2.000 € eingenommen, die Küchen-Ablöse ist da nicht dabei.

War das den ganzen Aufwand wert?

 

2.000 € sind natürlich erstmal eine Gesamt-Summe, über die ich mich sehr gefreut hab! Vor allem wenn man bedenkt, dass da ja einzelne Gegenstände für nur 15 oder 20 € dabei sind ... Andererseits steckt in den Verkäufen natürlich jede Menge Kleinstarbeit drin, die nur dadurch möglich war, dass ich ab Mitte November nicht mehr gearbeitet hab. 

 

ABER: Wir mussten unser Zeug ja so oder so loswerden. Viele Alternativen gab es nicht. Einen Lagerort zu mieten oder einen Lieferwagen/Dienstleister zu organisieren, der das Zeug wegbringt, hätte auch Zeit und Geld gekostet. 

Außerdem hat es ne Menge Spaß gemacht und es gibt einem ein super Gefühl, zu wissen, dass unser Besitz an ganz vielen verschiedenen Orten ein neues Zuhause findet

Noch dazu hatte ich endlich einen Anlass, meine Website in Angriff zu nehmen. Und zum Verschenken waren die Sachen einfach noch zu viel wert und dafür blieb auch noch einiges andere übrig (siehe nächster Abschnitt).


6. Verschenken

Verschenkt haben wir alles, was in gutem Zustand war, aber niemand kaufen wollte bzw. so wenig wert war, dass wir es nirgends anbieten wollten.

 

Für solche Gegenstände war schon immer das Sozialkaufhaus Diakonia unsere erste Wahl, das praktischerweise sehr nah an unserer Münchner Wohnung liegt. Dort brachten wir einige Kisten und Tüten hin, voll mit:

  • Kleidung
  • Schuhe
  • Wanderrucksäcke
  • Bücher
  • DVDs
  • Geschirr (inkl. Messerblock und Picknick-Rucksack)
  • Küchengeräte
  • Bettbezüge
  • Handtücher
  • Spiele
  • Wanduhren
  • ...

Am meisten freuten sich die Herren bei der Annahmestelle überraschenderweise über meine alte Gitarre, sodass ich dann doch froh war, sie dorthin gebracht zu haben.

 

Ein paar wenige Sachen wurden nicht angenommen

  • Boccia-Kugeln
  • Blackroll
  • Bettdecken

Aber wie der Zufall so will, kam ein Pärchen auf dem Fahrrad just in diesem Moment an der Annahmestelle vorbei und stürzte sich schon auf unsere Sachen, bevor wir sie aus dem Kofferraum geholt hatten.

Ein paar Minuten später fuhren sie wieder davon, an seinem Lenker hingen links die Boccia-Kugeln und rechts die Blackroll. An ihrem Lenker hingen 2 Tüten mit jeweils einer Bettdecke. Und sie riefen uns laut hierher: "Viel Spaß in Japan!" Besser hätte es nicht laufen können!

 

Dann war da die Sache mit unserem Bett ...

Eigentlich hatten wir unser solides IKEA-Bett für 80 € bei eBay-Kleinanzeigen angeboten und mehrere Intressenten gefunden. Der Zustand war auch gut, nur hatte es einen kleinen grauen Fleck, den man je nach Lichteinfall erahnen konnte, und den wir für den Käufer noch beseitigen wollten. Wasser und Spülmittel konnten ihm nichts anhaben, also fuhren wir härtere Geschütze auf. Leider entfernte die Scheuermilch nicht nur den kleinen Fleck, sondern ätzte den weißen Lack gleich mit weg. Und das braune Holz unter dem Lack war leider deutlich stärker zu sehen als der Fleck davor. 😂

Aber irgendetwas musste ja auch mal schiefgehen ... Kurzerhand stellte ich das Bett bei eBay auf "zu verschenken" um und ein Abnehmer war schnell gefunden.

Dann hatten wir noch einen hochwertigen Vollwaschtrockner, nur leider hatte die Trockenfunktion vor einer Weile den Geist aufgegeben. Trotzdem war es noch eine einwandfreie Waschmaschine. Aber anscheinend reicht das nicht, um noch Geld dafür zu bekommen. Auch für 30 € wollte sie bei eBay Kleinanzeigen niemand haben. Da wir sie aber nicht zum Wertstoffhof schleppen wollten, haben wir sie schließlich zum Verschenken eingestellt und waren froh, dass sich auch für sie ein glücklicher Abnehmer fand.

 

Auch einigen Freunden haben wir noch ein paar unserer Sachen vermacht:

  • Kletterausrüstung
  • Gutscheine, die noch gültig sind
  • Spirituosen
  • Geldkarten für die Allianz Arena, die Münchner Bäder etc.
  • Faschingskostüme
  • gemeinsame Erinnerungsstücke (wie die Clock Clock), die aufbewahrt werden, bis man wiederkommt
  • ...
Auf die Clock-Clock passt Fabian auf
Auf die Clock-Clock passt Fabian auf

Achja, und es gab ja noch das Tauschregal bei mir in der Arbeit, in das jeder Sachen stellen konnte, die die Kollegen vielleicht gebrauchen konnten. Hier brachte ich während des Jahres immer mal wieder etwas Kleines mit, was sich gut in der Tasche transportieren ließ, wie aktuelle Bücher, unbenutzer Nagellack, Fehlkäufe wie die falsche Kaffeekapselgröße, ...

 

Fazit:

Zum Teil war es etwas umständlich, wegen einzelner Sachen größere Wege auf sich zu nehmen, um sie jemand Bestimmten zu schenken, aber manchmal waren wir einfach selber Schuld, wenn wir z.B. Besuch von Freunden hatten und erst danach feststellten, dass wir ihnen vergessen hatten, ihr "Geschenk" zu geben ...


7. Wegwerfen

Trotz dieser ganzen Bemühungen war ich überrascht, wie viele Säcke voll Müll wir wegwarfen.

 

Richtig große Sachen für den Wertstoffhof waren nicht viele dabei:

  • Garderobe, die wir mal angefeilt hatten, damit sie in den Flur passt
  • beschädigtes Holz-Schränkchen
  • vermoderte Terrassen-Ablage
  • Elektroschrott
  • Klappstühle
  • ...

Aber wir fanden beim Ausmisten monatelang so viel Kleinzeug zum Wegwerfen:

  • Unterlagen, die man nicht mehr braucht (oder nie gebraucht hätte)
  • angebrochene Kosmetikprodukte
  • abgelaufene und angebrochene Lebensmittel
  • alte Erde und Pflanzenreste von der Terrasse
  • Zeitschriften, Notizen, Zettel, ...
  • Kleidung, die keiner mehr braucht, wie T-Shirts mit Flecken, die man aufhebt, falls man mal ne Wohnung streichen möchte
  • eingetrocknetes Malerwerkzeug vom Streichen der letzten Wohnung
  • Knöpfe oder Möbelkleinteile, die man nicht mehr zuordnen kann
  • vertrocknete Textmarker und leere Kugelschreiber
  • abgelaufene Medikamente, die man sich mal als Reiseapotheke besorgt hatte
  • das drölfte Feuerzeug, das man sich in jedem Camping-Urlaub neu kauft
  • der Fön-Aufsatz, der noch zu einem alten Fön gehört, den man gar nicht mehr besitzt
  • das Bild, das man mal für jemanden gekauft hat, den man aber seit 7 Jahren nicht mehr gesehen hat, um es ihm zu geben
  • und und und ...

Fazit:

Ich dachte, wir wären nach unserem letzten Umzug noch besser geworden im Wenig-Anschaffen und -Horten, aber ich glaube, solange man genug Stauraum hat, wird man ihn immer voll laden. 😁 Da der Wohnraum in Tokyo begrenzter sein wird und es dort keine Keller gibt, hoffe ich, wir lernen dort noch minimalistischer zu leben.


8. "Einlagern"

Dann gibt es da die Sachen, die wir nicht mitnehmen wollten oder konnten, sie aber trotzdem behalten wollten.

Da es Elektrogeräten nicht unbedingt guttut, 2 Jahre rumzustehen und wir die Sachen ja auch irgendwo hintransportieren mussten, beschränkte es sich vor allem auf persönliche Gegenstände mit ein paar Ausnahmen.

 

Als Einlagerungsort hatten wir unsere alten Kinderzimmer bei unseren Eltern auserkoren.

 

Dort landeten:

  • Terrassentisch mit Stühlen, da dies einer unserer wenigen hochwertigen Möbel war, und wir ihn sehr gern mochten
  • Ordner mit Unterlagen und Dokumenten
  • Persönliche Erinnerungen, Bilder, Karten, Kuscheltiere, Fotoalben, Looping Louie ...
  • Lieblingsbücher
  • Kiste mit Werkzeug u.Ä. wie Bohrmaschine, Kabel, Batterien, ...
  • Kleine Möbel, die keiner kaufen wollte, uns aber zu schade zum Verschenken waren: Boots-Schränkchen, München-Skyline-Leinwand, kleine Truhe
  • Schneehosen und Kälte-Schlafsack
  • Küchenkram wie Back- oder Auflaufformen
  • ...
Nili bleibt in Deutschland
Nili bleibt in Deutschland

Fazit:

Ich bin gespannt, ob wir uns noch an die Sachen erinnern, wenn wir zurückkommen und sie noch gebrauchen können. Wir haben ganz bewusst reduziert und lieber entsorgt statt aufgehoben, auf Basis der Annahme: Dinge, auf die man 2 Jahre lang verzichten kann, braucht man auch danach nicht mehr. 


9. Das durfte mit nach Japan

Was blieb nun also noch übrig zum Mitnehmen?

 

Der Hauptbestandteil unseres Gepäcks war Kleidung und die üblichen Drogerieprodukte: Da Japan die gleichen 4 Jahreszeiten hat, wie wir es aus Deutschland gewöhnt sind (nur ein bisschen heißer im Sommer), brauchen wir auch alle unsere Sorten von Kleidung, von Wintermänteln und Lederjacken über Sommerkleider und alle Arten von Schuhen. Ulis Anzüge und Hemden mussten natürlich auch mit, vor allem die klassischen Stücke, ein paar eher ausgefallene Krawatten oder Hemden wurden aussortiert.

 

Auch unsere Tracht durfte mit, da wir bestimmt mal die Gelegenheit bekommen würden, uns als stereotype Bayern präsentieren zu müssen oder einfach nur so mal ins Hofbräuhaus gehen wollen. (Im Hinterkopf spukt noch die Vorstellung von mir als Kellnerin im Hofbräuhaus Tokyo.)

Küchen-Utensilien haben wir auf den Mitnahme-Stapel gelegt, wenn sie mindestens 2 der folgenden Kriterien erfüllt haben:

  1. Schön bzw. hochwertig
  2. Nützlich (auch im Japan brauchbar) und viel genutzt 
  3. Emotionaler Wert 

(Und nicht zu schwer und möglichst keine Elektrogeräte, weil die Anschlüsse ja in Japan nicht passen.)

So haben es beispielsweise die Diddl-Tasse (nützlich und emotionaler Wert), der Pizzaschneider (hochwertig und viel genutzt) und der Flachmann (hochwertig und emotionaler Wert) auf den Mitnahme-Stapel geschafft.

Ein paar der Sachen auf dem Bild durften dann übrigens doch nicht final mit nach Japan (siehe 10. Letzte Entscheidungen beim Packen).

 

Dazu kamen dann unsere ganzen Japan-Bücher/-Reiseführer und Japanisch-Lernmaterialien wie Karteikarten & Co. Unserer allerallerliebsten Bücher durften auch mit (wie "Der kleine Prinz"), ein paar persönliche Gegenstände wie Fotos, Laptops und das Schaf Mopple the Whale sowie ein Ordner mit Unterlagen, die wir gerne im Original dabei haben wollten.

 

Ein paar Sachen kauften wir extra für die Zeit in Japan ein, vor allem Gastgeschenke.

In der japanischen Etikette haben kleine Geschenke eine hohen Stellenwert und zumindest für Ulis Vorgesetzte und Kollegen wollten wir vorbereitet sein. Nach einigen Recherchen entschieden für uns für:

  • Deutschen Gin, den man in Japan nicht so leicht bestellen kann
  • Pumpernickel (habe ich selber nie probiert, aber die Japaner scheinen es zu lieben)
  • Yogurette und Toffifee
  • ein bisschen Haribo (das ich vielleicht für mich selber beanspruchen werde)

Wein wollten wir eigentlich auch noch mitnehmen, haben uns dann aber aufgrund des Gewichts dagegen entschieden (siehe 10. Letzte Entscheidungen beim Packen).

Eigentlich wollten wir auch noch ein paar Dinge einkaufen, die wir in Japan nur schwer bekommen oder dort sehr teuer sind, entschieden uns aber (aufgrund des Gewichts) dagegen und hoffen darauf, dass unsere Besucher uns das ein oder andere mitbringen werden. Wir beschränkten unserer Einkauf deshalb auf Deos, weil uns ein in Tokyo lebender Deutscher erzählte, dass die Japaner nicht schwitzen und es deshalb in Tokyo keine guten Deos zu kaufen gäbe. 

 

Fazit: 

Ohne vor Ort zu sein, ist es schwierig einzuschätzen, was wir brauchen und was wir vermissen werden. Und in einer Stadt wie Tokyo muss es ja eigentlich möglich sein, sich alles zu beschaffen, was man benötigt, ... (Es wird sich zeigen, ob das stimmt.)   


10. Letzte Entscheidungen beim Packen

Als wir 3 Tage vor dem Abflug ins Hotel zogen und zu diesem Zeitpunkt alle Sachen, die wir mitnehmen wollten, auf unser Gepäck verteilten, stellten wir fest, dass wir es nicht schafften, alles unterzubringen.

Spontan entschieden wir uns noch für einen 5. Karton, den wir per DHL vorausschickten. Aber trotzdem sortierten wir auch noch ein paar Sachen aus.

 

Nicht geschafft haben es z.B.:

  • meine Gitarre (zu umständlich)
  • Wein als Gastgeschenk (zu schwer, gibt es auch vor Ort)
  • Küchenutensilien wie Schüsseln und der Stabmixer (Stecker passt eh nicht)
  • Kleiner Wanderrucksack (braucht zu viel Platz)

In letzter Sekunde reingeschafft haben es:

  • Yogamatten, weil man sie ganz gut an den Rucksäcken befestigen konnte
  • Badehandtücher, weil wir sie so gerne mögen 

Fazit:

 

Das Loswerden unserer Sachen hat 9 Monate gedauert, das Packen 4 Stunden.

In Gewicht ausgedrückt, haben wir ca. 182 kg Besitz in Japan dabei:

  • ca. 72 kg, verpackt in 5 DHL-Kisten
  • ca. 80 kg in Koffern und Backpack-Rucksäcken
  • ca. 30 kg Handgepäck 

Ist das nun viel oder wenig? Keine Ahnung!

 

Wir haben uns von vielem getrennt und hätten das wahrscheinlich noch mehr tun können, aber ich freu mich, wenn wir bald in unserer Wohnungen in Tokyo einige Schätze von "Zuhause" auspacken können und unser neues Zuhause damit ein wenig vertrauter gestalten können und nicht alles komplett neu kaufen müssen.

Trotzdem freue ich mich auch darauf, die Läden in Tokyo zu erkunden und lokale Einrichtungsgegenstände und Kleidung einzukaufen.